- ein junger Meteoritenkrater in der
alten Vulkanlandschaft Nicaraguas?
Von Leo Kowald,
Gelsenkirchen, April 2006
Auszug (2006):
Der "Pantasma-Krater" in Nicaragua scheint der Wissenschaft bisher nicht aufgefallen zu sein.
Ein vulkanischer Ursprung ist naheliegend, aber nicht sicher (gibt es unveröffentlichte Beweise dafür?).
Ohne die vulkanische Nachbarschaft wäre gewiss ein Meteoriteneinschlag die Ursache.
Eine Suche nach Impaktmaterial hat offenbar noch nicht stattgefunden.
Update 2010:
Eine Expedition nicaraguanischer Astronomen im Juli 2009 hat die Einschlags-These erhärtet.
Der US-amerikanischer Geologe Jean H. Cornec will 500 km nordwestlich in Belize 800.000 Jahre alte Tektite gefunden haben.
Im Februar dieses Jahres machte ich eine zweiwöchige Reise durch Nicaragua mit "
Pan y Arte",
einer Organisation des österreichischen Schauspielers
Dietmar
Schönherr,
die in Nicaragua Kulturprojekte unterstützt wie
die "
Casa de los tres Mundos" in Granada und
"
Musica en los Barrios" in Managua.
Als ich mich auf diese Reise vorbereitete, fiel mir während eines "Fluges" mit
"
Google-Earth"
über die nördliche Landschaft Nicaraguas beiläufig ein über 12 km
großer kreisrunder
Talkessel
auf, dessen Mittelpunkt bei 13°22' Nord und 85°57' West liegt.
Nicaragua, ein Land mit etwa 5,5 Millionen Einwohnern, liegt mitten auf der
zentralamerikanischen Landbrücke. Es ist Teil der geologisch relativ jungen
"
karibischen
Platte"
(
*1),
die im Zuge der Bewegungen der nord- und südamerikanischen
Platten entstanden ist. Entlang der dicht besiedelten Pazifikküste gibt es aktiven
Vulkanismus in Form einer Kette von Vulkanen, Calderen und Lagunen,
der seine Ursache in der Subduktion des pazifischen Meeresbodens (Cocos-
Platte) unter die
karibische Platte hat.
In dieser Zone gibt es regelmäßig heftige Erdbeben, wovon eines am
23.12.1972
die Haupt- und Millionenstadt Managua fast vollständig zerstörte.
Der Osten des Landes fällt flach zur Karibik hin ab.
Den zentralen und nördlichen Teil nimmt ein bis über 2000 m hohes Gebirge
ein, welches im Tertiär (zeitlich nach dem mexikanischen
Chicxulub-Einschlag
auf Yucatan) durch vulkanische Aktivitäten entstanden ist.
Dort, 60 km südlich der Grenze zum Nachbarland Honduras, liegt jener kreisrunde Talkessel,
das "
Valle de Pantasma". Er wird vom "Rio Pantasma",
einem Nebenfluss des "Rio Coco" (oder Segovia) von SSW nach NNO durchflossen. In seinem
Zentrum liegt die Siedlung "Las Praderas", Hauptort der
zum Bezirk
Jinotega gehörenden
Gemeinde "
Santa Maria de Pantasma"
die etwa 40.000 Einwohner hat. In dem armen, aber offenbar fruchtbaren und
landwirtschaftlich intensiv
genutzten Tal werden Mais, Getreide, Früchte und Kaffee angebaut und Vieh gezüchtet.
Traurige Bekanntheit erlangte der Ort am 18. Oktober 1983 durch das
"
Massaker von Pantasma",
bei dem die von den USA unter Präsident
Ronald Reagan
gegen die sandinistische Regierung finanzierten und bewaffneten CONTRA-
Terroristen bei einem
Überfall auf die landwirtschaftlichen Kooperativen das Tales 47 Männer, Frauen und Kinder ermordeten.
Genau 3 Jahre später, am 19. Oktober 1986, zerriss eine Anti-Panzer-Mine der CONTRA auf der
Hauptstraße von Pantasma nach Jinotega einen zivilen Lastwagen und hinterließ 11 Tote und 33 Verstümmelte.
Am 23. März 1987 begannen Mitglieder des US-amerikanischen
"First
Veterans Peace Action Team" unter Führung des Vietnam-Veteranen
S. Brian Willson einen einwöchigen
"Peace Walk" durch das Tal von Pantasma,
um auf jener Straße auf den in diesem Landesteil besonders grausamen CONTRA-Terror aufmerksam zu
machen(*2).
Die Landminen
wurden mittlerweile geräumt und der Krieg ist schon lange definitiv beendet.
Aber es ist besondere Vorsicht und die Inanspruchnahme ortskundiger Führung anzuraten,
wenn man dort hin reisen will.
Der kreisförmige Boden des Talkessels steigt nach SSW hin von 400 m auf über 500 m an.
Vor dem Durchbruch des Pantasma-Flusses am nördlichen Gebirgsrand hat sich eine
Schwemmebene gebildet, die aussieht wie eine Pfütze in einer flachen Schale,
die auf einem schiefen Tisch steht (siehe nebenstehendes, 3-fach überhöhtes Google-Bild).
Wegen der Schräglage verläuft die 500m-Höhenschichtlinie quer über den Talboden,
weswegen seine Kreisform auf Karten oft nicht in Erscheinung tritt.
Der Talboden wird durch einen Bergkranz umringt mit einer Höhe von 600 m im Norden und bis
zu 1100 m im Süden. Im Osten, Süden und Westen wirkt seine Kreisform etwas ausgebeult.
Das kommt von gut erkennbaren schluchtartigen Hangabtragungen (und dazugehörigen
Schuttablagerungen) unter den höchsten Gipfeln des Gebirgsringes.
Der Talkessel unterbricht die Kante eines um 1000 m hohen Plateaus,
das in Richtung NO um einige 100 m abfällt, wohin auch das Gefälle des
Talbodens zeigt.
Meine Reise hat mich nicht in die Nähe des Pantasma-
Tales geführt
und ich konnte es mir nur durch
"Google Earth",
Karten und dieses schöne höhenkolorierte Schattenrelief ansehen, das mir freundlicherweise
Dr. Wilfried Strauch, Direktor des geologischen Instituts INETER
(Managua, Nicaragua) zugesandt hat. Auf dieser zweifellos noch unzulänglichen
Grundlage glaube ich als Freizeit-Astronom, der schon viele Bilder von vulkanischen und
Einschlags-Kratern
auf den Monden und Planeten des Sonnensystems gesehen hat, dass das "Valle de Pantasma" offenbar
von einem Meteoriteneinschlag
verursacht worden ist. Gemäß der Faustformel "Kraterdurchmesser durch 20" müsste
der Meteorid wenigstens 500 m groß gewesen sein. Ich würde den Krater als Muster eines
Meteoritenkraters bezeichnen, wenn die
Zentralerhebung nicht fehlen würde, die aber bei großen
Exemplaren (über 5 km) oft nicht zu finden ist(*5). Sie kann in diesem regenreichen
Gebiet auch schon mit Sedimenten bedeckt sein. Im Abstand von 10 km vom Kraterrand liegen
einige Höhenzüge, die mit einem Auswurfring zu tun haben können,
der aber in dem unebenen Gelände nicht klar zu erkennen ist.
Die Einbettung des Kraters in die Landschaft ähnelt verblüffend der des 5 km großen und 50 Millionen Jahre alten
Meteoritenkraters von Goat Paddock in Australien.
Seine Größe und Form erinnert an den 10 km großen und etwa eine Million Jahre alten
Bosumtwi-Krater(*3) in Ghana.
Der Pantasma-
Krater erfüllt alle äußerlichen Voraussetzungen eines Meteoritenkraters.
Neben der kreisrunden Form finde ich die Schrägstellung seines Bodens in Richtung des
großräumigen Gebirgsabfalls bemerkenswert. Seine zufällig erscheinende Lage entspricht
der Willkür eines Einschlags von außen. Ich finde, dass allein seine Auffälligkeit
darauf hinweist, dass er mit den durchaus vorhandenen Kraterstrukturen vulkanischen Ursprungs
in der Region nicht unbedingt etwas zu tun hat; er fällt einfach aus dem Rahmen.
Er muss wesentlich jünger sein als seine Umgebung.
Sein relativ schmaler nördlicher Gebirgsrand sieht auch nicht aus wie der Rand eines Calderen-Einbruchs.
Meiner Ansicht nach kommt für seine Entstehung nur ein explosiver Vorgang vor 1 bis 2 Millionen Jahren in Frage,
gewaltiger als die Explosionen von
Krakatau,
Tambora und
dem Laacher See
( ⇒ Wikipedia: Explosive
Calderas). Die Phase des aktiven Vulkanismus liegt in dieser Region nach
R. Weyl aber schon über 5 Millionen Jahre zurück
(tertiärer Vulkanismus).
Ich muss aber einräumen, dass ich nicht genügend geologische Kenntnisse besitze
um die Wahrscheinlichkeit einer vulkanischen Entstehung einschätzen zu
können(*4).
Trotz intensiver Recherchen habe ich im Internet keinerlei Spuren eines
Kraters oder einer
Caldera von
Las Praderas oder
Pantasma gefunden. In dem schon etwas älteren
Standardwerk "
Die Geologie Mittelamerikas" von Richard Weyl (ISBN 3-443-11001-0) wird der
Talkessel nicht erwähnt. Im Unterschied zum 120 km weiter südlich gelegenen erloschenen
Vulkan "
Las Lajas",
der mit seiner nur halb so großen Caldera als der
"größte Vulkan möglicherweise quaternären Alters
östlich des nicaraguanischen Grabens" gilt, taucht er nicht in
einschlägigen Listen
vulkanischer Objekte auf.
Er ist auch nicht wie die anderen Krater einer der beiden Vulkanketten zuzuordnen
(der jungen südwestlich bzw. der älteren nordöstlich des nicaraguanischen Grabens).
Unser kompetenter und landeskundlich beschlagener nicaraguanischer Reiseleiter wusste auch nichts darüber.
Der Krater scheint der internationalen Wissenschaftler-
Gemeinde überhaupt noch nicht aufgefallen zu sein.
Nur Dr. Strauch vom INETER
schrieb mir, er sei ihm schon einmal aufgefallen; seine Geologen hätten aber gemeint,
er sei vulkanisch.
Obwohl den Meteoriden die geologische Beschaffenheit ihres Flugziels ziemlich gleichgültig ist,
liegt es wegen der vulkanischen Nachbarschaft doch sehr nahe, dass es sich bei dem Pantasma-Krater doch
"nur" um ein ungewöhnliches vulkanisches Objekt handelt.
Es scheint aber darüber bisher keine Literatur zu geben obwohl er,
auch als vermeintlich vulkanisches Objekt, interessant genug sein sollte.
Ich glaube, dass die nicaraguanischen Geologen zur Katastrophenvorsorge alle Hände
voll mit der Erforschung vulkanischer und seismischer Aktivitäten
zu tun haben und bislang einfach keine Zeit für nicht so lebenswichtige Fragen hatten.
Die Frage "vulkanisch oder meteoritisch" kann sicherlich nur von Geologen vor Ort anhand
dort zu suchender Mineralien
(
Strahlenkegel,
Suevite,
Tektite) entschieden werden.
Deswegen wäre es phantastisch, wenn sich bald ein/e Berufene/r auf die Socken machte um der
Frage auf den Grund zu gehen!
Apropos phantastisch: "Pantasma" heißt in der Miskito-
Sprache
"kleiner Mensch" oder "flacher Kopf". Das spanische Wort "Fantasma" (Galizisch:
Pantasma) stammt vom griechischen
"Phantasma" ab und bedeutet "Gespenst" oder "Trugbild"!
Sollte ich doch nur auf ein Phantasma hereingefallen sein?
Geschätzte Besucher,
wenn Sie Fragen, Kritik oder Anregungen haben, bitte zögern Sie nicht,
mir eine Mail zu senden!
Fußnoten:
*1)
Das nördliche [ Mexiko, Guatemala und Belize (L.K.)] und südliche [ Honduras, El Salvador, Nicaragua,
Costa Rica und Panama (L.K.)] Mittelamerika zeigen unterschiedlichen Bau und abweichende geologische Geschichte.
Im Norden, dem "Sapperland", findet sich ein
paläozoisches
Orogen, über das sich germanotyp gestörte
mesozoische, Schichten legen.
Im Süden dagegen ist stärkere kretazische
Orogenese in Panama zu vermuten.
Ihr folgt von der Oberkreide an die Entwicklung einer
Geosynklinale, die im
Miozän ausgefaltet wird.
Initialer und synorogener Magmatismus sind kräftig entwickelt.
Der Verlauf der Faltenzüge weicht von den bisherigen Vorstellungen ab und bildet zwei nach Süden offene Bögen. Im
Tertiär
ist Mittelamerika der Schauplatz eines starken
sialischen
subsequenten Vulkanismus,
dessen Magmen nicht auf die Aufschmelzung einer versenkten
Orogenwurzel zurückgeführt werden können.
Nach einer Zeit relativer tektonischer und magmatischer Ruhe im
Pliozän herrscht im
Quartär lebhafte
Bruchtektonik.
An die der Pazifik-Küste parallel verlaufende Bruchzone ist der
quartäre, ebenfalls überwiegend
sialische Vulkanismus gebunden.
Von den typischen Erscheinungen der zirkumpazifischen Strukturen sind nachgewiesen: ein Tiefseegraben,
eine Zone aktiver Vulkane und eine Zone lebhafter Bebentätigkeit.
(Nach einem Vortrag
"Die Orogene Mittelamerikas" von Richard Weyl,
gehalten am 14.3.1960 in Würzburg auf der 50. Jahresversammlung der Geologischen Vereinigung)
|
*2)
S. Brian Willson's Video Clip,
9 Minuten (2.3MB) mit einer
besonderen Einführung des Sängers und Schauspielers Kris Kristofferson.
S. Brian Willson,
der Organisator dieses Marsches, ist Vietnam- Veteran. Er verlor beide Beine unterhalb der Knie,
als er am 1.9.1987
in Concord (Kalifornien) bei einer schon mehrere Wochen andauernden und öffentlich
angekündigten Blockadeaktion mit voller Absicht von einem Zug der US-Marine
überrollt wurde, der Waffen für Zentralamerika transportierte.
Brian ist einer der geistvollsten, mutigsten und ehrlichsten Aktivisten,
die sich für Frieden und gegen gewalttätige Außenpolitik einsetzen.
In Zentralamerika ist er ein Held, wo die Menschen verstehen, dass er für ihre
Rechte als gleichwertige menschliche Wesen aufgestanden ist. Brian sagt: "Ich will nicht,
dass in unserem Namen und mit unseren Steuergeldern Mütter, Väter und Kinder
getötet und verstümmelt werden".
Brians Web-Site: http://www.brianwillson.com zeigt seine Autobiografie und eine Reihe
seiner Essays. Ich empfehle, sie zu besuchen und alles zu lesen, was dort angeboten wird.
|
*3)
Lange Zeit hat der Bosumtwi- Kratersee in Ghana den Geowissenschaftlern Rätsel aufgegeben.
Da er sich am Rande des teilweise vulkanisch entstandenen Obuom-Gebirges befindet und
an seinem Ufer vulkanische Gesteine vorkommen, lag die Vermutung nahe, bei dem nahezu
kreisrunden See handele es sich um ein Maar. Solche Seen entstehen - wie in der Eifel -
in ehemaligen Vulkankratern.
Da man aber gleichzeitig in der Nähe Suevit-Gestein gefunden hat,
das sich nur bei Meteoriteneinschlägen bildet, war nicht auszuschließen,
daß auch dieser Krater meteoritischen Ursprungs sein könnte.
Nach umfangreichen geophysikalischen Untersuchungen ist mittlerweile
weitgehend gesichert, daß diese Vermutung zutrifft.
Mit Bohrungen will jetzt eine internationale Forschergruppe
Material für eine Rekonstruktion der kraterformenden Vorgänge liefern.
Ein Student aus Ghana lenkte vor einigen Jahren die Aufmerksamkeit
der Wissenschaftler am Institut für Meteorologie und Geophysik der
Universität Frankfurt am Main auf den Krater mit dem abflußlosen
und bis zu 80 Meter tiefen See, der etwa 30 Kilometer südöstlich
der Stadt Kumasi in der Ashanti-Provinz des westafrikanischen Staates gelegen ist.
Der Kraterrand hat einen Durchmesser von 10,5 Kilometern.
Er erhebt sich bis zu 300 Meter über die Oberfläche des Sees.
Schon vor mehr als 70 Jahren wurde erstmals vermutet, bei der prominenten
Vertiefung könne es sich um einen Meteoritenkrater handeln.
Diese Annahme erhielt vor 20 Jahren Auftrieb, als amerikanische
Wissenschaftler das berühmte Tektit-Feld in der benachbarten
Elfenbeinküste näher untersuchten und herausfanden, dass diese
natürlichen Gesteinsgläser etwa so alt sind wie der Bosumtwi-Krater.
Tektite unterscheiden sich von allen anderen natürlichen Gläsern,
beispielsweise Obsidian, durch einen besonders hohen Gehalt an Quarz.
Da sie außerdem nur ganz geringe Spuren von Wasser enthalten, können
sie nach Meinung von Mineralogen nur bei den hohen Temperaturen entstehen,
wie sie bei Einschlägen von Meteoriten auftreten. Tektite bilden sich aus
geschmolzenem quarzhaltigen Gestein, das durch die Wucht des Einschlages
mit großer Energie mehrere hundert Kilometer weit aus dem Krater
herausgeschleudert werden kann.
(Aus Geo Channel)
|
*4)
Das Grundgebirge Nord- Nikaraguas ist nach wie vor
stratigraphisch höchst problematisch.
Petrographisch
und sedimentologisch erscheinen eingelagerte Tuffite (hauptsächlich basisch,
z.T. auch intermediär bis sauer) wichtig, nicht zuletzt als Leitschichten für eine genauere Kartierung.
Die bereits nachgewiesene, regional weite Verbreitung derselben legt den Schluß nahe,
daß die Schichtserie des Grundgebirges recht einheitlich ist und nicht verschiedenen
Formationen angehören dürfte. Strukturell erweist sich dieses Gebiet als außerordentlich
kompliziert; die Vergenz
der Fältelungen und Überschiebungen ist vor allem nach Norden gerichtet, z. T. auch ostwärts.
Die diskordant über dem genannten Grundgebirge folgende sogenannte "Formation Totogalpa"
(Fanglomerate, Konglomerate und Sandsteine, meist rötlich)
[bei Ocotal, 60 km WNW von Pantasma (L.K.)] gehört m. E. zur Serie der
tertiären Tuffite, Agglomerate, Laven usw., da sie eine einheitliche konkordante Abfolge bilden.
Weniger klar ist das Verhältnis zwischen diesem Grundgebirge und der südöstlich sich unmittelbar
anschließenden Unterkreide (marines Alb; Metapan), die bei Siuna zwar ebenfalls recht intensiv
und wirr gefaltet, aber kaum metamorph beeinflußt erscheint (? zum Grundgebirge i. w. S. zählend).
Die orogenetisch nur ganz schwach durchbewegten marinen Oberkreide- bis Miozänschichten Südnikaraguas
(E- bis N-vergent) werden mit dem Norden des Landes durch eine mächtige Serie tertiärer und
quartärer Vulkanite (anfangs vorwiegend marin, später kontinental) verbunden.
Neben den NW/SE-verlaufenden Lineamenten (Nikaragua-Depression, Vulkanlinien, Küstenverlauf
im SW usw.) treten jetzt auch N/S-streichende stärker hervor (Küstenverlauf im E),
z. B. im Granitrücken von Susucayan und den begleitenden Störungen, die eventuell
jene Flexur der Nikaragua-Senke nordwestlich von Managua mitverursacht haben.
(Nach dem Aufsatz
"Geologische
Problematik und Strukturanalyse Nikaraguas" von Bruno Engels, 1965)
|
*5)
Das Auftreten eines Zentralhügels (uplift) ist ein
Merkmal eines sogenannten komplexen Meteorkraters. Nur bei bestimmten Untergrundgesteinen,
Meteorgrößen und vermutlich auch Geschwindigkeiten des Himmelskörpers entsteht ein Zentralhügel.
Oft ist ein Zentralhügel auch durch Erosion mehr oder weniger abgetragen.
Wenn er also noch sichtbar ist, dann könnte es sich um einen 'jüngeren' Meteorkrater handeln.
Nur Krater mit Durchmessern um 3 km weisen üblicherweise Zentralhügel auf.
Deutlich kleinere oder größere Krater nicht. Das Ries z.B. hat keinen Zentralhügel,
sondern eine zentrale Sekundär- Ringstruktur.
(Aus: www.steinheimer-becken.de)
|
Quellen:
Richard Weyl: "Die Geologie Mittelamerikas", Borntraeger, 1961 (ISBN 3-443-11001-0)
International Journal of Earth Sciences, Springer 1960 (ISSN: 1437-3254)
Bruno Engels:
"Geologische Problematik und Strukturanalyse Nikaraguas". Geologische Rundschau 54(2) 1965
„Sterne und Weltraum“, Heft Mai,
Juli 2006
INETER, Managua, Nicaragua
Topografische Karte 1:50.000 Quisuto (Krater-NW)
Topografische Karte 1:50.000 Las Praderas (Krater-NO)
Topografische Karte 1:50.000 San Rafael del Norte (Krater-SW)
Topografische Karte 1:50.000 Asturias (Krater-SO)
Topografische Karte 1:50.000 Jinotega West
Topografische Karte 1:50.000 Jinotega Ost
Köberl and Sharpe: Review of impact cratering
Kratergrößen-Rechner
www.steinheimer-becken.de
www.mineralienatlas.de
University of Texas: Caribbean Plate Project
NSF press release 96-009
Doxler, Cunningham: An Ocean Drilling Journey, RICE University
Raik Bachmann: The Carribbean Plate and the question of its formation
Earth Impact Database
Günther Weber: "Die trotzigen Mühen um die Freiheit"
Nicaraguas Bauern kämpfen um ihr Land. Berichte aus dem Tal von Pantasma, Edition Nahua, 1986
Equipo Envio:
"Pantasma: las cooperativas, blanco de la contrarrevolución"
Equipo Envio:
"Una guerra contra el mundo"
Bernadette Schiefer:
"
Nicaragua: Requiem für eine Revolution", 2004
Letter from Members of the First
Veterans Peace Action Team (VPAT) to U.S. Ambassador to Nicaragua,
Harry Bergold, March 19, 1987
Mark Becker: "Walking through the New Nicaragua", 1986
Links:
Pan y Arte, Münster
Casa de los Tres Mundos, Granada, Nicaragua
ORO Travel, Managua, Nicaragua
Informationsbüro Nicaragua e.V., Wuppertal
Nicaragua-Forum, Heidelberg
Maria Mies: "Globalisierung von unten, Widerstand und neue Perspektiven", 2001
Die Reagan-Doktrin: Third World Rollback
S. Brian Willson: „On Third World Legs“, 1992;
How the U.S. Purchased the 1990 Nicaragua Elections
Richard Leonardi: Los Campesinos
NASA Basic Science Studies II: Impact Cratering
Terrestrial Impact Craters
List of Terrestrial Impact Crater Structures
Heiner Sidler: Glas aus Meteoriten-Einschlägen
Wikipedia.de: Pantasma
Google Maplandia Luftbild: Las Praderas
Google Earth Placemark "Pantasma valley"
Google Earth Community
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